Unterstützte Kommunikation

Ist nicht jede Vereinfachung eine Form des Konzepts Unterstützte Kommunikation?

Ist die Rede von Unterstützter Kommunikation im Zusammenhang mit Leichter Sprache, Einfacher Sprache und Bürgernaher Sprache, so gibt es bisweilen die Neigung, alle diese Formen gleichzusetzen. Dies ist aus verschiedenen Gründen nicht empfehlenswert.

Bei den drei per Link unterlegten, zuvor genannten Vereinfachungsstrategien handelt es sich trotzdem um Konzepte, die überwiegend bis vollständig auf der Ebene der Laut- bzw. Schriftsprache verbleiben. In der Leichten Sprache geht es um die Vermeidung von Wörtern oder gar bestimmten grammatischen Formen. In der Einfachen Sprache geht es ebenfalls darum, aber auch um Erklärungen für komplizierte Fachbegriffe. Die Bürgernahe Sprache wiederum kann von bestimmten Begriffen gar nicht Abstand nehmen, ermöglicht jedoch beispielsweise, einen freundlicheren Tonfall zu formulieren. Insbesondere im Hinblick der Strategien zur Vereinfachung geht es in sämtlichen besagten Formen darum, die Menschen selbstständig handlungsfähig zu machen, indem sie ohne die Hilfe Dritter einen Brief, die Zeitung, ein Rezept oder andere Texte verstehen.

Bei der Unterstützten Kommunikation geht es somit etwas weniger um den Menschen, der mit einem Text allein ist, als etwas mehr um den Menschen, der sich anderen mitteilen können will und soll.

Beispielhafte Möglichkeiten im Bereich Unterstützte Kommunikation
sind demnach:

  • Kommunikation durch Gesten und Gebärden
  • Kommunikation durch Mimik und Blick
  • Kommunikation über Grafiken, Fotos und Tafeln
  • Kommunikation mithilfe technischer Geräte

Da es sich bei allen Formen um den Versuch handelt, eine andere Art des Verstehens zu ermöglichen, gibt es durchaus Überschneidungen. So ist der durch manche als verpflichtend betrachtete Bildeinsatz in der Leichten Sprache eine solche Überschneidung. Außerdem ist es insbesondere im Bereich mündlicher Kommunikation naheliegend, dass es beispielsweise unterstützende Gesten gibt, die einfach formulierte Inhalte zusätzlich verständlicher machen.

Trotzdem überwiegen doch die Unterschiede zu den anfangs genannten Formen der Leichten Sprache, der Einfachen Sprache sowie der Bürgernahen Sprache.